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Ich mag sie nicht, die Begriffe „Kapitalismus“ und „Sozialismus“. Sie lenken von tatsächlichen Problemen ab und sind historischer Natur, ihre Zeit war das 18. Jahrhundert. Auch handelt es sich bei dem Begriffspaar um keine echten Gegensätze, sondern um zwei Seiten der selben Medaille: Einer baut auf, der andere verteilt. Oder so ähnlich.

Im Grunde sind beide Aspekte zur Beschreibung eines komplexen gesellschaftlichen Zusammenlebens völlig ungeeignet, da sie inhaltlich vorbelastet sind und nur bedingt zur Lösung heutiger Probleme taugen. Besonders auffällig und zugleich auch folgenreich zeigt sich das im Gesundheitswesen.

Planwirtschaft und Marktwirtschaft

Mehr und mehr hat die Planwirtschaft über Krankenkassen Einzug in die medizinische Versorgung gehalten. Ärzte können nicht allein nach medizinischen Erfordernissen handlen und planen, sie müssen im Blick behalten, ob für das zugebilligte Budget für ein entsprechendes Mittel durch die Kasse noch gedeckt ist. Kommen Patienten mit seltenen, nicht berücksichtigten Krankheiten oder häufen sich unvorhergesehen gleiche Diagnosen, kann es sein, dass für eine adäquate Behandlung nicht mehr genügend Mittel zur Verfügung stehen.

Ebenso ist es kein Geheimnis, dass sowohl Arztpraxen, als auch Krankenhäuser, gewinnorientiert arbeiten müssen. Gerade in größeren Unternehmen sind es nicht die Ärzte, sondern Wirschaftswissenschaftler, oft auch externe Beratungsunternehmen, die den Kurs eines Hauses bestimmen. Natürlich ist die Versuchung groß, einfache aber gut abzurechnende Leistungen zu erbringen, auch wenn sie vielleicht nicht nötig sind und teure und komplexe Anwendungen zu vermeiden.

Dass Krankenhäuser mittlerweile immer mehr Patienten kurzfristig aufnehmen und nach der Behandlung möglichst schnell wieder nach Hause entlassen, findet hier seine Begründung. Wenn die wichtigsten Behandlungen abgerechnet sind, wird ein Krankenhausbett unrentabel, da für den Prozess der Genesung weitaus weniger Aufwand betrieben werden muss, als für die Erstversorgung.

Was der Markt regelt

Wir sind durch die Art unserer Wirtschaft daran gewöhnt, dass wir den Wert von Waren über deren Verfügbarkeit bemessen. Sind Produkte ausreichend vorhanden, kann man sie in der Regel für wenig Geld erwerben. Bei Knappheit hingegen steigt der Preis. Angebot und Nachfrage wird das genannt und gemeint ist ein System, das auf diese Weise automatisch für eine Art Gleichgewicht sorgt. Wird zu viel produziert, sinkt die Nachfrage und in folge lässt auch die Produktion nach, was dann wiederum zu einer Verteuerung führt.

Im Alltag hat sich dieses Prinzip durchaus bewährt, auf das Gesundheitssystem kann es allerdings nicht so einfach übertragen werden. Zwar ist die Heilung von Krankheit auch ein Bedürfnis, für das Menschen bereit sind Geld auszugeben, ebenso können Medikamente günstiger produziert werden, wenn sie häufig nachgefragt werden, doch verbietet es sich hier ethisch, Kranken aus finanziellen Gründen die Behandlung zu verweigern.

Rentabilität gegen Solidarität

Heilung ist kein Luxus, den sich die Privilegierten erlauben können und andere nicht. Auch sind Überlegungen höchst problematisch, die für eine Investition in die Gesundheit eine Rendite erwarten, beispielsweise weil durch die Genesung die Arbeitskraft des Patienten wieder hergestellt wird.

Im Gegensatz zum freien Markt gehört eine optimale medizinische Versorgung zum Grundrecht eines jeden Menschen und dabei ist ein Aspekt des Miteinanders gefragt, der in unseren Breiten immer weniger zu zählen scheint: die Solidarität.

Mag für das gewöhnliche Wirtschaften gelten, dass jeder seines Glückes Schmied sei, dass also durch persönlichen Einsatz ein gewisser Grad an Wohlstand erlangt werden kann, so gelten für den Gesundheitsbereich andere Regeln. Auch wenn es sich statistisch zeigen mag, dass ein bestimmter Lebensstil, gesunde Ernährung, Sport und Ähnliches die Hoffnung auf langjährige Gesundheit stärken, so ist das im Konkreten keine feste Regel.

Selbst bei optimaler Vorsorge kann man erkranken, sei es durch erbliche Vorbelastung, einen Unfall oder andere Faktoren, die man nicht im Blick hatte. Und nicht selten übersteigt der Aufwand für eine Behandlung die Möglichkeiten des Betroffenen. Es gehört darum zu den wichtigsten Aufgaben einer Gesellschaft, dafür zu sorgen, dass ihre Mitglieder die individuell benötigte Unterstützung erhalten.

Aus diesem Grund müssen kaufmännische Fragen im konkreten Fall immer eine nachgelagerte Rolle spielen. Sie dürfen in keinem Fall zu einer Erschwerung oder gar zur Verhinderung einer Behandlung führen. Ebenso kann nicht planend verordnet werden, welche Mittel, welchem Arzt oder welcher Klinik zur Verfügung stehen. Der Arzt als Fachmann muss die Entscheidung über die Behandlung treffen und dabei die optimale medizinische Versorgung im Blick haben, ganz unabhängig von den Kosten.

Aufgaben für die Politik

Die so abgesteckte Ausgangsposition setzt Weichen für eine verantwortungsvolle Gesundheitspolitik. Optimale Versorgung, Verfügbarkeit von Medikamenten und medizintechnischen Geräten sowie ganz besonders von ausreichendem und motiviertem Personal sollte die höchste Priorität erhalten.

Natürlich muss sich eine Anstellung für Menschen in Heilberufen auch wieder finanziell lohnen. Gut geschultes und einfühlsames Personal ist der Schlüssel zum Erfolg der Heilung, das kann man nicht genügend betonen. In keinem anderen Bereich ist es so wichtig, dass Menschen als Ansprechpartner und Begleitung vorhanden sind, Menschen denen man vertraut und die sich dieses Vertrauens auch als würdig erweisen.

Das Verhältnis zwischen Patienten und medizinischem Personal muss sich selbstredend auch in der Struktur einer Klinik oder Praxis spiegeln. Wo unter Druck gearbeitet wird, wo das zwischenmenschliche Klima verdorben ist, kann kein optimaler Nährboden für die Gesundung von Patienten vorhanden sein.

Hierfür den Rahmen zu schaffen, den zahlreichen Bediensteten Sicherheit und Wertschätzung zu ermöglichen, das ist die Kernaufgabe einer verantwortungsvollen Gesundheitspolitik.

Persönliche Wirkung

Nicht zu unterschätzen ist auch für Patienten die Vorbildfunktion der Menschen, die ihnen in Krankheit und Not zur Seite stehen. Wer Vertrauen zu seinem Arzt oder auch zu Pflegepersonal hat, ist automatisch kooperativer, was den Heilungsprozess wesentlich unterstützen kann.

Dasselbe gilt aber auch umgekehrt. Wenn das Vertrauen gestört ist, wenden sich Menschen ab, suchen ihr Heil in alternativen Strukturen, z.B. indem sie sich im Internet selbst kundig machen und mit frei erhältlichen Medikamenten zu therapieren suchen oder sich völlig anderen Quellen widmen, bis hin zu Esoterik und Magie. Ob so das Ziel einer ernsthaften Gesundheitspolitik aussieht, ist schwer vorstellbar.

Ausblick

Die Versäumnisse der letzten Jahre haben bei vielen Menschen bereits zu einer Entfremdung von der sogenannten Schulmedizin geführt, mit der sie persönlich negative Erfahrungen verbinden. Statt dem aber entgegenzuwirken, scheint man auf Seiten der Politik eher auf Macht und Autorität zu setzen.

Auf der einen Seite tut man alles Erdenkliche, um Menschen von einer dauerhaften Medikation zu überzeugen, die man am liebsten sofort jedem zwangsmäßig verabreichen möchte, qua Gießkannenprinzip, in der Hoffnung, einen Virus auszuhungern. Auf der anderen Seite werden trotz erheblichem Mangel Krankenhäuser geschlossen und Betten abgebaut.

Das Personal wird schlecht bezahlt und sieht sich mit ständig steigendem Arbeitsvolumen konfrontiert, und hinzu kommt noch die neuerliche Verpflichtung zur regelmäßigen Impfung. Dass nicht wenige gerade darum kündigen und die Belastung der Verbliebenen weiter steigen wird, ist auch ohne bereits existente und deutlich mahnende Beispiele aus dem Ausland leicht einsichtig.

Auch verständlich ist der Ärger derjenigen, die ihren Dienst nach wie vor verrichten. Dass sie diesen an ungeimpften Patienten auslassen könnten, wird vermutlich eher selten der Fall sein, auch wenn es psychologisch auf der Hand liegt. Viele Patienten allerdings trauen sich schon jetzt immer seltener zum Arzt, wenn sie nicht wissen, wie er auf ihren Status reagiert.

Das Bewusstsein, dass es demnächst nur noch Personal in medizinischen Einrichtungen geben wird, das der Impfung und vermutlich auch dem Zwang nicht völlig ablehnend gegenüber steht, stellt eine zusätzliche Belastung im Vertrauen vieler Patienten zu Vertretern des Gesundheitssystems dar.

Zudem hat die Kündigung von Menschen, die ihre Informationen über Krankheitsverläufe und Folgen der Medikation aus erster Hand haben, eine nicht zu unterschätzende Signalwirkung. Fachleute geben ihre berufliche Existenz auf, um sich einer Behandlung zu entziehen, die von Gesundheitspolitikern, Medien aber auch Kollegen auf breiter Front durchgesetzt wird. Es ist unwahrscheinlich, dass sie so bald wieder zurückfinden werden. Ihr Beispiel ist ein wesentlicher Bezugspunkt für fachfremde Skeptiker.

Wie die Politik den immensen Schaden, der in unsrem Gesundheitssystem bereits entstanden ist, zukünftig auszugleichen gedenkt, darüber hört man nichts. Zu sehr scheint sich das gesamte Wollen und Streben der Verantwortlichen um die Aspekte „Geld“ und „Macht“ zu drehen. Die Ruinen, sie dabei hinterlassen, scheinen sie gar nicht erst wahrzunehmen.

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