Apostolische Succession

Weihe_des_DeodatVon den ersten Aposteln an wird das Amt der Weihe ununterbrochener Linie durch Handauflegen (vgl. Apg 8,17-19) weitergegeben: von Bischof zu Bischof, von Bischof zu Priester und von Bischof zu Diakon.

Verbunden mit einer in der Apostolischen Sukzession stehenden Weihe sind die entsprechenden Vollmachten: insbesondere das Wirksamwerden der Sakramente, so dass ein Priester "in persona Christi" handlen und dadurch unter anderem in der Eucharistie Brot und Wein wandeln oder in der Beichte die Sünden vergeben kann.

Eine Weihe, unabhängig ihrer sonstigen Form, ist nichtig, wenn sie nicht durch einen in der Apostolischen Sukzession stehenden Bischof durchgeführt wird. Dafür ist es unerheblich ob der Bischof oder der zu Weihende sich dessen bewusst sind oder in welcher Intention sie handeln. (Zum Wirksamwerden das Weihesakramentes gehören natürlich dennoch immer auch die rechte Form und Intention, wie bei allen Sakramenten.)

Es ist aus diesem Grund streng zwischen Amt und Person zu trennen. Dass jemand gültig geweiht ist und darum ein Amt in der Kirche trägt hängt nicht von dessen Verhalten ab, sondern einzig daran, ob der Geist durch die Sukzession auf ihn herabgekommen ist. So darf sich der Gläubige auf die Wirksamkeit der Sakramente verlassen, auch wenn die Person des Spenders nicht integer ist.

In der öffentlichen Diskussion wird hier oftmals die Rechtmäßigkeit mit der Gültigkeit verwechselt: die Kirche kann Amtsträger suspendieren, nicht aber deren Weihe ungeschehen machen. Spendet ein suspendierter Bischof oder Priester weiterhin Sakramente, begeht er einen Akt des Ungehorsams, kann auch ganz aus der Kirche ausgeschlossen werden, dennoch bleiben die Sakramente für diejenigen, die sie in rechter Weise empfangen, wirksam.

Die Apostolische Sukzession ist auch ein wesentlicher Faktor in Bezug auf ökumenische Bestrebungen innerhalb der Konfessionen. So erkennen sich Katholiken und Orthodoxe Kirchen innerhalb des Sakramentsverständnisses an, während die Gültigkeit von Weihen z.B. in der Anglikanischen Kirche von Katholiken aufgrund einer Änderung im dortigen Weiheritus nicht anerkannt werden. Welchen Wert die Apostolische Sukzession für viele Christen hat, zeigt sich beispielsweise auch darin, dass es vermehrt innerhalb der protestantischen Bewegung Gemeinschaften gibt, die wieder Wert auf den Nachweis legen, dass auch ihre Bischöfe innerhalb der Sukzession stehen, genant sei hier insbesondere die „Hochkirchliche Bewegung” seit Anfang des 19. Jhdt.