Der Begriff der Freiheit wird heute in zwei völlig unterschiedlichen, sogar gegensätzlichen Weisen verstanden:
Im weltlichen Sinne meint man damit die uneingeschränkte Erfüllung aller Sehnsüchte und Wünsche, im Christentum spricht man hingegen davon, sich von triebhaften Zwängen zu befreien.
Freiheit in der aufgeklärten modernen Gesellschaft
Das wohl bekannteste Symbol für Freiheit ist die amerikanische Freiheitsstatue. Sie ist Zeichen für eine „freie Welt”, in die Menschen teils mit großen Hoffnungen geflohen sind, aus den Fesseln einer als Chancenlos empfundenen Herkunft. Ein neues, ungebundenes Leben in Eigenverantwortung aufzubauen, sich keinen vorhandenen Besitzstrukturen oder traditionell überkommenen Gesetzen und Pfründen beugen zu müssen, das war und ist auch heute noch für Viele die Vorstellung von Freiheit.
In jüngster Zeit verbinden wir mit Freiheit oft die Vorstellung einer „Selbstverwirklichung”, was soviel bedeutet wie „all das tun können (verwirklichen) was uns gerade in den Sinn kommt - was wir gerade tun wollen”. Eine Grenze wird meist erst da akzeptiert, wo die eigene Entfaltung im Konflikt zur Freiheit anderer steht.
Freiheit im Christentum
Für einen Christen bedeutet Freiheit in erster Linie die Möglichkeit, zwischen Gut und Böse zu wählen, oder anders ausgedrückt, sich für oder gegen Gott zu entscheiden. Konkret wird dies in Bezug auf die eigene Person, wenn man die Wahl zwischen hingebungsvoller Liebe und Selbstsucht hat.
Sich für Gott zu entscheiden heisst von den eigenen Trieben und Bedürfnissen los lassen (zu können), frei zu werden und sich so als liebender Mensch selbst aufzugeben, sogar bis in den Tod, wie es Christus und zahlreiche Märtyrer gezeigt haben. Die Entscheidung für Gott ist eine Entscheidung für die Liebe, die immer auf Höheres verweist und Erfüllung nie im rein Menschlichen, oder gar im Hormonell-Körperlichen erlangen kann.
Eine Entscheidung gegen Gott zeigt sich als Eigennutz: man möchte die eigenen Wünsche erfüllt sehen, wobei man sich nicht selten an Objekte der Begierde bindet, sog. Fetische oder Götzen, die den Anschein einer Erfüllung erwecken, letztlich aber zu Abhängigkeit und Sucht führen.

