Willkommen zu Wissenschaft & Technik

Kunst ist ein Spiegel der Gesellschaft. Kunstkritik kann darum immer auch eine Reflexion sein, über politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Aspekte der Gegenwart und was sie kritisiert, welchen Themen sie sich auf welche Weise widmet, ist ebenso ein Spiegel. Die wohl am breitesten rezipierte, auch technisch die aktuellen Möglichkeiten am intensivsten beanspruchte und so für unsere Zeit weitgehend repräsentative Kunstform ist die des Films, auch in Form von Serien der großen Streamingplattformen, weswegen hier die Filmkritik im Zentrum steht. Und da sowohl der Film als auch der Kritiker Ausdruck seiner Zeit ist, soll hier der seltene Versuch einer Kritikerbewertung unternommen werden, also eine Kritik der Kritiker.

Natürlich kann hier nicht der Anspruch erhoben werden, sämtliche Formate und Rezensenten besprechen zu können, und auch die kleine Auswahl kann sicher nicht erschöpfend behandelt werden, allerdings möchte ich einen Einstieg ermöglichen und ein paar Aspekte ansprechen, die vielleicht nicht jedem bekannt sind. Beginnen wir mit einer Pyramide, die vier Bereiche umfasst, in denen die meisten Angebote ihren Platz finden können. Zwei gesonderte Formate bilden den Sockel und die Spitze, auf die werde ich ein wenig ausführlicher eingehen.


           

           / \      Handwerk und Theorie

          /   \      [MovieAmphs]

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        /       \    Recherche & Kanon

       /         \   [Filmbastion, Glotzbuster, ... ]

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     /             \  Meinung & Unterhaltung

    /               \ [BelYves, David Hain etc.]

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  /                   \ Ideologie und Theater

 /                     \ [Wolfgang M. Schmitt]

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Beginnen wir ganz klassisch von unten und arbeiten uns die Pyramide langsam bis zur Spitze nach oben vor.

Wolfgang M. Schmitt

Sucht man im Internet nach einer anspruchsvollen Seite für Filmrezensionen wird einem die Filmanalyse von Wolfgang M. Schmitt meist ganz vorn angeboten. Hier, so auch die Selbstbeschreibung, wird „anders gedacht“. Sowohl der Auftritt als auch der immer wieder kommunizierte Anspruch suggerieren ein hohes Niveau, wenn beispielsweise jeder Beitrag mit dem Hinweis endet, ob wir dort „schauen“, was negativ konnotiert ist, oder „sehen“, wozu Herr Schmitt anzuregen hofft. Sieht man in so eine Analyse einmal oberflächlich rein, wirkt das Ganze auch durchaus seriös: Ein Mann im Anzug sitzt vor einem Bücherregal, neben ihm ein Glas mit vermeintlichem Whiskey unter einer englischen Tischlampe, daneben ein Buch mit Einmerker und auf dem Schoß eine zweite Lektüre, aus der er bei Bedarf passende Zitate vorträgt.

Doch wie so oft: Auch hier trügt der Schein. Im Whiskey-Glas befindet sich Cola-Light, das Bücherregal besteht aus langen Lexikon-Reihen und nur wenig individueller Literatur. Den Schwerpunkt bildet eine Reihe zu Karl Marx, der wohl noch nie derart prominent in modernen Medien zur Schau gestellt wurde, einzig die auffälligen und oft schlecht sitzenden Anzüge mögen schon auf den ersten Blick zeigen, dass hier Theater gespielt wird. Ist es nicht ein Treppenwitz, dass gerade Kommunisten gern in das Gewand der englischen Aristokratie schlüpfen?

In Geste und Habitus wirkt Herr Schmitt ruhig, aber auch stark dozierend. Er hebt häufig die Hand zur Belehrung und macht auch keinen Hehl daraus, dass er dem einfachen Betrachter hier mal die Welt erklärt, was bei deutlich über hunderttausend Abonnenten wohl auch seine Zielgruppe findet. Abgerundet wird das Format mit den schon erwähnten Literatur-Zitaten, wobei diese oft arg in die Agenda gedengelt werden. So ist sich Schmitt als bekennender Links-Intellektueller und Marxist nicht zu Schade, auch mal Ratzinger zu zitieren, um einen breiten Ansatz anzudeuten, egal ob das inhaltlich passt oder passend gemacht wurde.

Der Film scheint in „Die Filmanalyse“ (ja, er benennt es meist mit Artikel, auch wenn dieser auf dem Youtube-Kanal gar nicht vorkommt) eine untergeordnete Rolle zu spielen. Es geht um die Erziehung, um weltanschauliche Werbung und das mit hohem moralischen Anspruch. Ähnlich wie die Literaturzitate sind die Filme hier vor allem Mittel zum Zweck, ähnlich wie die Kulisse mitsamt ihm selbst, wie er sich als Kunstfigur in seinem Ensemble platziert. Und als Kunstfigur tritt er auch über das Format hinaus in Erscheinung.

So verfügte er eine Zeit lang über einen Sendeplatz im Portal Massengeschmack.tv (demnächst Orangeflix), dem Online-Dienst von Holger Kreymeier, der Informations- und Unterhaltungsformate für den linken Mainstream anbietet. Diesen hat Schmitt geradezu melodramatisch verlassen, wobei er Kreymeier vorwarf, sich auch mit „Rechten“ zu unterhalten. Es sei für ihn nicht hinnehmbar, auf einem Portal gleich neben politischen Gegnern präsentiert zu werden. Kreymeier hatte damals mehrfach medienwirksam versucht, mit Schmitt noch einmal ins Gespräch zu kommen, und machte auch einen persönlich stark enttäuschten Eindruck, wurde aber von Schmitt geghostet.

Diese Abgrenzung nach Rechts scheint indes nicht dogmatisch zu sein, denn kürzlich gab Schmitt Benjamin Bernd von {ungeskriptet} ein ausführliches Interview, auch wenn dort schon lange Personen aller politischen Lager offen eingeladen wurden. Scheinbar schlägt die Reichweite, kombiniert mit der Sicherheit, nicht wirklich kritisch hinterfragt zu werden, die politischen Bedenken, denn einer öffentlichen Kritik geht Schmitt konsequent aus dem Weg, wie der leider früh verstorbene Gunnar Kaiser schon vor langer Zeit demonstriert hat. Kaiser hatte Schmitt mehrfach öffentlich zu Gesprächen gebeten, hat auch ein paar Persiflagen über die Filmkritik verfasst, wurde aber nie mit einer Antwort bedacht.

Was bleibt, ist ein Kanal, der aufgrund seiner Selbstbeschreibung und des äußeren Anscheins nach, gerade bei Menschen beliebt ist, die entweder die Fassade nicht durchschauen, oder aber Schmitts Ideologie teilen. Für eine filmische Einordnung kann ich die Filmanalyse allein jenen empfehlen, die ein Werk im Hinblick auf die Kompatibilität zum Marxismus prüfen wollen. Wer einen neutralen Blick oder auch weiterführende Anregungen sucht, ist bei Angeboten besser bedient, die offener an Themen heran gehen und auch kontroverse Diskussionen nicht scheuen; und zwar nicht nur zwischen Kritiker und Film, sondern vor allem auch zwischen Kritiker und Publikum.

Meinungs- und Unterhaltungsrezensenten 

Kommen wir nun zum breiten Feld der vor allem durch ihre Meinung getragenen Kritiker. Auch wenn es hier eine ganze Menge an Formaten gibt, unter anderem größere Redaktionen wie FILMSTARTS oder Moviepilot, konzentriere ich mich hier auf zwei Personen, die den Bereich breit abdecken: David Hain & Yves Arievich.

Während Hain ein durchaus streitbarer Kämpfer ist und auch mal polarisierend gegen Strukturen (Web-Videopreis) oder Umtriebe anderer Youtuber (Glücksspiel...) wettert, was zeitweise zu nicht unerheblichem Gegenwind geführt hat, bleibt Arievich immer ruhig und moderat. Er versteht sich vor allem als Vermittler für Filmbegeisterung. 

Beide verfügen über den nötigen Hintergrund, allein mit ihrer Ansicht genügend Menschen zu begeistern, um von den Youtube-Einnahmen leben zu können.


David Hain begann ein Studium für Medieninformatik, brach dieses aber ab, um direkt in den Journalismus zu wechseln. So begann er als Redakteur für Online-Magazine wie digital-movie.de, gamona.de und funload.de, wechselte dann zu GIGA und wurde dort Chefredakteur und Leiter der Videoredaktion. Im Jahr 2013 gab er diese Position auf und gründete seinen eigenen YouTube-Kanal BeHaind. Er verfügte also von vornherein über Bekanntheit und Erfahrung im Bereich der Medien. So schafft er es, auch mit vermeintlichen Außenseiterpositionen Menschen anzusprechen, die ihn gerade dann sehen wollen, wenn sie sich eine alternative Ansicht zum Mainstream erhoffen. Dennoch ist Hain mit diesem Format natürlich extrem abhängig von Stimmungen und Trends, so dass er sich bereits mehrfach gezwungen sah, zurückzurudern und sich für Äußerungen zu entschuldigen. Aus diesem Grund hat er wohl auch seine Social-Media-Aktivitäten eingeschränkt.

Yves Arievich hingegen hat von seiner Ausbildung her überhaupt keinen filmischen Hintergrund, er hat einen Bachelor in „International Management“, was er beruflich aber nicht weiter ausgebaut hat. Früh wechselte er, seinem Interesse für Film folgend, zur bekannten Plattform Moviepilot, deren Gesicht er über lange Jahre war. Dort konnte er seine Fähigkeiten zur Moderation aufbauen, Reviews, Analysen und Kritiken verfassen (z.B. zu Star Wars oder Marvel und DC) und moderierte den Popkultur-Podcast Nerd & Kultur. Als er sich mit seinem eigenen Kanal BelYves selbstständig machte, verfügte er also bereits über eine große Beliebt- und Bekanntheit.

Auch wenn man auf den ersten Blick annehmen könnte, es sei wenig Aufwand, nachdem man einen Film gesehen hat zur Kamera zu greifen und seine Meinung ins Netz zu stellen darf man nicht vergessen, dass eine langjährige Präsenz nur möglich ist, wenn die Meinung beim Publikum auch etwas zählt. Wie man am Hintergrund der genannten Kritiker sehen kann, übersteigt die Qualifikation durchaus das klassische „Stammtischniveau“, denn natürlich muss man auch etwas zu sagen haben, was der Betrachter nicht alles schon vorher wusste. Ein Gespür für Relevanz, einen Fundus an Wissen, sowohl historisch als auch systematisch, ist dafür unerlässlich und wird in Nebenformaten wie Filmquizzen regelmäßig vorgeführt.

Als Konsument kann es also durchaus gewinnbringend sein, sich auch mal bloß die Meinung eines Kritikers anzuhören, der ein Werk nicht gleich in aller Tiefe auslotet. Ob ein Film auch für einen selbst etwas ist, kann man mit solchen Kritiken oft gut einschätzen, besonders wenn man den Kritiker kennt. Und für den einen oder anderen mag es auch wichtig sein, ob er mit seinem Eindruck über einen Film eher allein dasteht oder ob es Menschen mit ähnlichen Eindrücken aber mehr Reichweite gibt.

Recherche und Nische

Kommen wir nun zu einem Format, das neben umfangreichen Kenntnissen auch ein großes Maß an Aufwand erfordert. Hier werden Filme und Serien auf innere Konsistenz, auf Filmfehler, aber auch auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur Vorlage hin untersucht.

Gerade bei Serien, aber auch bei Filmen, wenn sie mehr und mehr Fortsetzungen erhalten, entstehen sogenannte „Franchises“, also jeweils ein Konglomerat aus Filmen, Randerzählungen, Werbemittel, Vereinen und vielem mehr, welches um eine Idee herum aufgebaut wird, als zusammenhängende Welt mit innerer Logik. Oft wird innerhalb von Franchises zwischen Verbindlichkeiten unterschieden: Erzählstränge, die als „Kanon“ gelten, also als authentisch und solche, die zumindest in Teilen ausgeschlossen sind (Legends/Nicht kanonisch).

Wer in diesem Umfeld Filme beurteilt, braucht auf dem Gebiet umfangreiche Kenntnisse, denn die Konsumenten solcher Rezensionen sind oft selbst ausgewiesene Experten, oft ungnädig bei Widerspruch und nicht leicht zu beeindrucken. Ich habe als Beispiel für diesen Typus den Youtube-Kanal „Moerp der Nerd“ ausgewählt, laut Selbstauskunft von einem promovierten Naturwissenschaftler betrieben.

Als Schwerpunkt wird dort das Star-Trek-Franchise durchleuchtet; und zwar nicht anhand einzelner Filme oder Episoden, sondern phänomenologisch. Es werden Technologien oder Spezies im Hinblick auf Wissenschaftlichkeit untersucht. Das Verhalten oder Aussehen von Aliens führt so zu komplexen, aber immer fundierten Theorien, die deren Biologie und Entwicklungsgeschichte erklären. Dabei geht der Kanal weit über das Maß einer gewöhnlichen Filmrezension hinaus und führt die Komplexität des Weltaufbaus vor Augen, der den einzelnen Erzählungen zugrunde liegt. Statt Fehler zu kritisieren, werden oft erstaunliche Zusammenhänge sichtbar gemacht, die für den Star-Trek-Fan ganz neue Welten öffnen und nebenbei Neugierde auf naturwissenschaftliche Methoden wecken können.

Einen ganz anderen Weg, deutlich näher an den Filmen aber auch nicht mit weniger Recherche verbunden, geht der Kanal GLOTZBUSTER, betrieben von einem Youtuber, der sich aufgrund von Mobbing-Erfahrungen „Fetter Looser im Exil“ nennt. Hier werden alte Serien und Franchises vorgestellt, sehr häufig aus den 80er Jahren des 20. Jhdt. Es werden Hintergründe zu Schauspielern und Cast geboten, inhaltliche Zusammenfassungen und auch Details zur Veröffentlichung, insbesondere wenn Kanäle oder Länderversionen vom Original abweichen.

Auch hier steckt viel Liebe zum Detail in den Analysen, die zudem ein Fenster in die historische Entwicklung filmischer Kunst öffnen. Die Serien sind nicht allein aufgrund ihrer Technik und anderweitigen Machart Zeitzeugnisse, ebenso die Geschichten selbst, das Verhalten der Protagonisten und selbstverständliche Verhaltensweisen, die heute teils befremdlich wirken, eröffnen eine besondere Perspektive.

Runden wir den Einblick in Recherche- und Nischenkritiker mit Sebastian Gerdshikow ab. Er ist Master in Kommunikationswissenschaft, hat eine 2-jährige Ausbildung im Volontariat eines regionalen TV-Senders und prägte schließlich auf dem Online-Portal FILMSTARTS als Moderator und Videojournalist maßgeblich den Internetauftritt. Seit Anfang 2026 betreibt er nun einen eigenen Kanal „Film Bastion“, auf dem er im Schwerpunkt ausführliche Formatvergleiche durchführt.

Er ist ein ausgewiesener Kenner der Comic-Vorlagen für Marvel und DC-Comics, schreckt aber auch vor Werken wie den diversen Tolkien-Verfilmungen im Vergleich zum Buch nicht zurück. Dabei sind die Kenntnisse erstaunlich und man nimmt ihm ab, die Werke gelesen zu haben, wenngleich seine Perspektive primär die filmische bleibt und man teils den Eindruck gewinnen kann, dass die Bücher nicht immer in aller Tiefe durchdrungen sind; sie stehen allerdings auch nicht im Fokus.

So kann man zusammenfassend sagen, dass die hier angeführte Nische eine große Menge an Informationen zugänglich macht und für all jene, die sich für weiterführende Hintergründe interessieren, eine gute Anlaufstelle bietet. Natürlich ersetzt auch die beste Recherche keine eigene Einarbeitung, aber wenn das Interesse nicht ganz so groß ist, dass man sich über Wochen und Monate mit einem Thema beschäftigen möchte, bieten diese Formate einen nahezu perfekten Einblick.

MovieAmphs
Einen Kanal gibt es im deutschsprachigen Raum, der spielt in einer Liga für sich. Er wird von zwei Moderatoren präsentiert: Markus und Lucas, wobei Markus deutlich erkennen lässt, dass er sich intensiv mit der Handwerkskunst des Filmemachens auseinandergesetzt hat und Lucas auf Charaktere, Dramaturgie und Fandoms ausgerichtet ist.

Äußerlich kommt der Kanal bewusst „krawallig“ rüber. Er ist für seine „Rageviews“ bekannt, tabulos ehrliche und oft vernichtende Kritiken, die nach dem bekannten Motto des US-amerikanischen Film- und Serienkritikers Doug Walker fungieren: „I remember it, so you don’t have to.“* Gnadenlos werden Filmfehler aufgedeckt, Brüche im Erzählstrang besprochen, aber auch Alternativen angeboten und wo etwas zu loben ist, wird dies auch erwähnt. Letzteres wirkt dann nicht selten noch verheerender, da man sieht, dass eben nicht nur wahllos, aus Freude am Kritisieren, auf ein Werk eingedroschen wird, sondern eine faire Differenzierung vorliegt.

Die Besprechungen auf MovieAmphs sind in unserem Sprachraum sicher die höchstwertigen verfügbaren Filmkritiken. Zusätzlich zum ohnehin hohen Niveau werden die Analysen durch regelmäßige Gastauftritte des promovierten Filmwissenschaftlers Dr. phil. Daniel Hercenberger unterstützt, der als Dozent, Buchautor und Kurator (u.a. als stellvertretender Direktor des Filmmuseums Düsseldorf) tätig ist. Gerade in Hintergrundgesprächen zeigt sich, dass auch Markus über eine mehr als solide Fachkenntnis verfügt, nicht allein in Bezug auf Filme, sondern auf Literatur, Dramaturgie und „Storytelling“.

Ständig wiederkehrende Probleme bei aktuellen Filmen haben sie in Slogans verewigt. So heißt es für unerklärliche „deus ex Machina-Effekte“ oder unlogische Handlungen, mit denen erzählerische Lücken überbrückt werden sollen, dies sei so, „weil die Autoren es so wollen“. (Mit diesem Text ist sogar ein T-Shirt erhältlich).

Auch wird einer breiten Masse so ein Vokabular näher gebracht, mit dem Interessierte selbst Probleme benennen und damit leichter wiedererkennen können. Der falsche MacGuffin ist so ein Begriff, der immer wieder auftaucht, wenn aufwändig Spannung über Objekte oder Geheimnisse erzeugt wird, die am Ende keinen Belang mehr haben.

Gewürzt werden die Beiträge auf MovieAmphs auch mit eigenen Erzeugnissen. Hier gibt es sehr kreative und gut eingesetzte Kurzfilme, Intros und professionelle Einspieler, denen man zwar die KI-Herkunft deutlich anmerkt, die aber inhaltlich und auch der Form nach derart sitzen, dass man sie nicht selten als Ohrwurm mit sich herumträgt.

Ein kurzes Fazit

Wenden wir unseren abschließenden Blick noch einmal kurz auf das ungleiche Paar: Wolfgang M. Schmitt und MovieAmphs. Der eine taucht bei mir, wenn ich nach Filmkritik oder ähnlichem Suche, ganz vorne auf, die anderen unter ferner Liefen. Offensichtlich macht Schmitt einiges sehr gut. Er trifft den Nerv der Algorithmen und verkauft sich damit deutlich über Wert. Echte Qualität hingegen hat es schwer; und hier haben wir ihn in aller Deutlichkeit vor Augen: den Spiegel der Gesellschaft.


* Rageview zu „Die Ringe der Macht“, Folge 2, Staffel 2: „Wir schauen RINGE DER MACHT, damit Ihr nicht müsst“.

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