Schlaraffenland
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- Patrick Zäuner
- 01.03.2026

Geschichten über das Schlaraffenland kennen wir viele. Sei es die klassische Version von Grimm oder Bechstein, das englische „Land of Cockaygne“ oder das französische „Pays de Cocagne“, wo fette Würste von den Bäumen hängen und sich gebratene Tauben auf den Teller legen. Wir kennen derartige Geschichten aus den Niederlanden, einen großen Parmesanberg aus Italien, und selbst in der griechischen Antike fliegen, beispielsweise bei Telekleides, gebratene Drosseln in den Mund, Brot wächst von selbst und es gibt Flüsse aus schwarzem Wein.
All diesen Geschichten gemeinsam ist der Ausdruck eines Strebens nach einer besseren Welt, nach einem Ausweg aus der Not und vor allem dem regelmäßig drohenden Hunger. Die Vorstellung, satt zu werden, ohne dafür einen Einsatz zu bringen, scheint gerade im europäischen Raum sehr verlockend zu sein, vielleicht aufgrund langer und harter Winter oder der Mühsal, mit der dem Land an vielen Orten ein karger Ertrag abgetrotzt werden musste.

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Die Frage, ob so etwas wie „Wahrheit“ existiert und wenn, wie sie dann aussieht, bewegt die Gemüter seit Menschengedenken. In letzter Zeit scheint sich dabei mehr und mehr die Ansicht durchzusetzen, dass es einen „Sachverhalt an sich“ überhaupt nicht gibt, sondern dass alles von der persönlichen Einstellung abhängt.
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Nachdem sich die erste Euphorie über Möglichkeiten der Anwendung „ChatGPT‘“ der Firma OpenAI gelegt hat und jeder ein wenig mit ihr hat experimentieren können, stellen sich vermehrt Menschen die Frage nach ihren eigenen Zukunftsperspektiven. Wenn man sieht, was die Technologie heute schon zu leisten im Stande ist, kann man sich leicht ausrechnen, wie es in ein paar Jahren aussehen wird. Nicht nur in Bereichen wie „Marketing“, „Ton- und Bildbearbeitung“, „Übersetzung“ oder „Datenverarbeitung“ können heutige Systeme schon in vielerlei Hinsicht mit menschlichen Erzeugnissen mithalten, es sind alle Bereiche betroffen, in denen Texte erstellt werden: Medien, das Verfassen von Angeboten, Dokumentationen, Verträge, juristische Schriftsätze, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, Sachtexte und Unterhaltungsliteratur, vom Roman über das Drehbuch bis hin zum fertigen Film.
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„Konsens“ - das war der Tod des freien Denkens und somit der Diskussion: „Alle Wissenschaftler haben einen Konsens, dass sie mit diesen Leuten nicht reden:“, meinte die Dame des Instituts, bei dem ich angefragt hatte. Gerade hatte sie erfahren, wer der Gesprächspartner sein sollte, in einer von mir moderierten Sendung zum Thema „Alle Wetter, das Klima – lasst uns darüber reden!“. „Der Mann ist ja nicht mal Klimaforscher!“, meinte sie. Ihr fiel dabei nicht auf, dass der von mir bei ihr angefragte und als "Klimaexperte" bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Herumgereichte ebenfalls „nur“ Professor für Astronomie ist. Dennoch tingelt er inzwischen als „Experte für alles“ aus der Naturwissenschaft und als Erklärbär durch die Medien. Der Gesprächsteilnehmer, der bereits zugesagt hatte, ist Physiker und ebenfalls Professor.