
Ursprung
Durch Gotteshäuser haben wir alle einen Begriff von Kirchen, die das Bild ganzer Landstriche, Städte und Dörfer prägen. Sollen wir aber erklären was gemeint ist, wenn wir von der katholischen "Kirche" allgemein sprechen, tun wir uns nicht ganz so leicht.
Der Blick in die Bibel, speziell zu Matthäus, liefert hierfür einen guten Ansatz. Christus sagt dort: „Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.” (Mt 16,18)
Nicht nur die Kirche ist hier erwähnt, es ist auch von ihrem Bestehen gegen Anfeindungen in der Zeit die Rede. Glaubt man an die Gottessohnschaft Christi kann man also davon ausgehen, dass er wohl gewusst haben darf, was er hier gründet. Die Kirche als Institution ist somit eine göttliche Stiftung, getragen von Menschen unter Zuspruch des Heiligen Geistes. (Vgl. auch Joh 14, 15-28)
Die Kirche als Haus des Herrn
Traditionell kann man die Kirche als ein Haus sehen, anknüpfend an das Psalmwort
„Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut”. (Ps 127,1)
- Fundament der Kirche ist Christus, der für alle Gläubigen im Sakrament erfahrbar ist und durch die geweihten Amtsträger, die Priester und Bischöfe bis hin zum Papst repräsentiert wird.
- Auf die Amtstruktur baut die einheitliche Lehre der Kirche auf, die gemäß des Missionsauftrages als Garant für die unveränderte Weitergabe des Evangeliums in allen Zeiten und an allen Orten fungiert.
- Als Dach des Hauses vereint der Papst, der Nachfolger des Petrus, die Gesamtheit der Gläubigen in der einen Kirche Christi.
Kirche als mystischer Leib Christi
Besonders in modernen Publikationen wird die Kirche gern als „mystischer Leib Christi” beschrieben. Dieses Bild ist jedoch nicht neu, auch wenn es erst 1943 in eine päpstliche Enzyklika sowie 1964 in die Konzilskonstitution „Lumen Gentium” des 2. Vatikanums Einzug fand, denn zurück geht die Vorstellung der Kirche als Körper, deren Haupt Christus und deren Glieder die Menschen sind, auf Paulus und auch den Kirchenvätern war dieses Bild sehr präsent.
Im ersten Brief an die Korinther (12, 12-31) sowie im Römerbrief (12, 4-8) führt Paulus aus, wie ein jeder Mensch nach seiner Veranlagung und Fähigkeit den ihm entsprechenden Platz in der Gemeinschaft einnimmt. Durch die Taufe sind alle Christen miteinander in Christus vereint, sie bilden quasi den Leib während er der Kopf ist. Wie ein Leib verschiedene Glieder mit unterschiedlichen Aufgaben hat, so nehmen auch die Menschen in der Einheit des Leibes Christi jeweils ihre spezifischen Aufgaben wahr.
Wichtig ist es immer im Blick zu halten, dass zur Kirche sowohl die Lebenden, als auch die Verstorbenen aller Zeiten und Länder gehören und man sich darum selbst in der eigenen Zeit, im eigenen Land oder der eigenen Gemeinde nicht zu sehr in den Vordergrund stellen sollte.
