Unser Kalender basiert auf der katholischen Liturgie
Die Liturgie ist das Herzstück des katholischen Glaubens: der öffentliche Gottesdienst der Kirche, in dem Christus selbst handelt und die Gläubigen Ihm antworten. Das Zweite Vatikanische Konzil nennt sie „Höhepunkt und Quelle“ allen kirchlichen Tuns (Sacrosanctum Concilium 10). Besonders in der Eucharistie wird das eine Opfer Christi am Kreuz sakramental gegenwärtig gesetzt: als unblutige Erneuerung des Erlösungswerkes (vgl. SC 47; Hebr 9,11–28) und zugleich als Mahl des Herrn, in dem wir Anteil an Seinem Leib und Blut erhalten (Joh 6,51–58).
Wesentliche Merkmale
- Christus-zentriert
Liturgie ist primär Handeln Christi, des ewigen Hohenpriesters; der Priester handelt in persona Christi, das Volk nimmt aktiv teil („königliches Priestertum“, 1 Petr 2,9). - Sakramental
In den sieben Sakramenten (besonders Eucharistie und Buße) wirkt Christus selbst unmittelbar und wirksam Gnade (ex opere operato). Die Liturgie ist daher nicht nur Feier, sondern wirksames Heilsereignis: Gnade wird durch die von Christus eingesetzten Zeichen und Worte geschenkt. - Symbolisch
Die Liturgie bedient sich vielfältiger sichtbarer Zeichen (Gesten, Gewänder, Lichter, Räucherwerk, Gesang, Bewegungen), die auf das Unsichtbare hinweisen und es vergegenwärtigen. Diese Symbole sind jedoch nicht wirksam aus sich selbst, sondern nur im Kontext der sakramentalen Handlung und des Glaubens. - Opfer und Mahl
Die Messe ist Gedächtnis des Kreuzesopfers („tut dies zu meinem Gedächtnis“, Lk 22,19) und festliches Mahl der Gemeinschaft. - Gemeinschaftlich
Sie ist Feier der versammelten Kirche und verbindet Lebende, Verstorbene und Heilige. - Zeitlich gegliedert
Kirchenjahr (Advent, Weihnachten, Ostern, Jahreskreis), Sonntag als Tag des Herrn, tägliche Eucharistie und Stundengebet.
Kurze Entwicklung
Die Liturgie wurzelt im jüdischen Gottesdienst und im Letzten Abendmahl. Frühe Christen feierten die Eucharistie als Gedächtnis von Tod und Auferstehung. Der römische Ritus wuchs organisch; das Konzil von Trient standardisierte ihn (Missale 1570). Das Zweite Vatikanum förderte Erneuerung: mehr Volkssprache, Bibelzentrierung, aktive Teilnahme. Dabei sollte die lateinische Sprache die Regel bleiben, es bestand nicht die Absicht, den Opfercharakter und damit das Wesen der Eucharistiefeier zu verändern.
Seit 2007 koexistieren ordentliche Form (Novus Ordo 1970/2002) und außerordentliche Form (Vetus Ordo 1962). Unser liturgischer Kalender trägt dem als praktischer Einstieg Rechnung.
Liturgischer Kalender & Heiligenliste
Um die Liturgie Tag für Tag zu leben, braucht man den liturgischen Kalender. Er bestimmt Feste, Ränge, Farben und Heilige. Unser Tool zeigt:
- Parallele Ansicht von Novus Ordo (mit Regionalkalendern) und Vetus Ordo (1962, zzgl. traditioneller Elemente).
- Klick auf einen Tag → automatischer Filter in der Heiligenliste (Rang, Farbe, Kurzinfo).
- Ist die Liste auf ein Datum gefiltert, wird beim Aufruf des ökumenischen Heiligenlexikons dieser Tag direkt angesteuert um weitere Infos zu erhalten.
So wird die Liturgie konkret: ein Einstieg in das Mysterium der Kirche, vom täglichen Opfer bis zum Gedenken der Heiligen.

