Grenzen moderner Demokratien
Der vorliegende Text versteht sich als Diskussionsbeitrag zu den Grenzen und Möglichkeiten moderner Demokratien.
Winston Churchill hat den Satz bekannt gemacht, dass die Demokratie die schlechteste aller Regierungsformen sei, ausgenommen all jene anderen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert wurden. In dieser Tradition soll hier nicht nur über offensichtliche Defizite geklagt werden, es soll auch ein Ansatz aufgezeigt werden, der, wenn man ihm folgt, viele der aktuellen Probleme beheben könnte.
Als erstes wären die Parteien zu nennen. Zwar ist es die natürliche Form menschlicher Übereinkunft, sich in Gruppen zu sammeln um gemeinsame Wege zu finden und Herausforderungen zu meistern, doch hat sich hier bereits im 20. Jhdt. ein Wandel angedeutet. Gruppen sind nicht mehr nur Bündnisse um Ideen stark vertreten zu können, Gruppen sind selbst zum Objekt der Manipulation geworden. Wir kennen das aus dem Marketing, Schneeballsystemen, aus Network-Marketing (Tupper-Parties...), die auf solche Effekte setzen, oder aber auch am Beispiel von Sekten, die genau mit den Methoden der Gruppendynamik spielen.
Auch Parteien sind Gruppen. Und als Gruppen sind sie von außen Ziel für Manipulation, sei es durch Werbung, moralisierende Initiativen oder verdeckte politische Agenden. Zudem hat sich herausgestellt, dass menschliches Verhalten individuell durch Gruppen geprägt wird. So gibt es ganz eigenen Mechanismen, die dafür sorgen ob man in einer Gruppe Erfolg hat oder nicht. Menschen lassen sich in Gruppen zu Aktionen hinreissen, auf die sie von sich aus nie kämen, sei es um vor anderen zu glänzen, um Macht ausüben zu können oder einfach aus Verlegenheit.
Für eine Demokratie ist das fatal. Es zeigt sich immer deutlicher, dass nicht die Klügsten oder die mit der besten Befähigung für ein Amt Erfolg haben, sondern jene, die das Spiel um Reputation in der Gruppe, um Erpressung und Schmeichelei am besten zu spielen wissen.
Nicht wenige erkennen darum in Parteien eines der Hauptprobleme moderner Demokratien, es fehlt aber oft die Vorstellung, wie eine Alternative aussehen könnte. Dazu wird im Folgenden ein Diskussionsgrundlage geliefert.
1. Zielstruktur – Das angestrebte System
Grundprinzip:
Deutschland wird zu einer projektorientierten Abgeordneten-Republik. Abgeordnete sind eigenständige Personen mit persönlicher Verantwortung. Parteien existieren weiter als normale Vereine, haben aber keinerlei privilegierten Einfluss auf Mandate, Gremien oder Politik.
Kernbausteine:
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Wahlsystem: Nur noch Erststimmen (bis zu 3 Stimmen pro Wähler)
Die Zweitstimme entfällt komplett. Jeder Wähler hat zwei Erststimmen, die er auf verschiedene Kandidaten verteilen kann. Eine dritte Stimme kommt hinzu, wenn sich neue Kandidaten für ein Parlament bewerben, denn für diese kann zusätzlich eine Drittstimme eingesetzt werden um den Nachteil des Unbekannten zu kompensieren.
→ Das erfordert persönliche Bekanntheit und ersetzt die proportionale Listenwirkung, wonach abgewählte Politiker dennoch ins Parlament einziehen können.
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Karriere nur von unten nach oben
Jeder Politiker muss zuerst auf Kommunalebene gewählt werden. Nach mindestens 3 Legislaturperioden und Erreichen definierter Schwellen (Prozentwerte) ist der Aufstieg auf Landesebene möglich. Gleiches Prinzip für Land → Bund → EU. -
Persönliche Mandate & projektbasierte Arbeit
Abgeordnete stehen für sich selbst. Kein Fraktionszwang.
Die parlamentarische Arbeit erfolgt über temporäre Projekt-Gremien. Abgeordnete bewerben sich projektweise und können sich frei zusammenschließen. -
Subsidiarität
Ein Parlament ist auf 24 Mandatsträger beschränkt. Was auf einer lokalen Ebene entschieden wird, braucht auf einer höheren Ebene nicht mehr bearbeitet zu werden. So wird die Personaldecke nach oben entsprechend dünner. -
Parteien als normale Vereine
Vollständige Abschaffung der staatlichen Parteienfinanzierung. Parteien werden wie jeder andere eingetragene Verein behandelt. Sie finanzieren sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und freiwillige Spenden, kein automatischer Zugriff auf Mandate, keine Fraktionsrechte, keine privilegierten Beratungs- oder Organisationsfunktionen im Parlament. -
Opposition als konstruktives Kontroll-Team
Kandidaten/Teams unter den Prozent-Schwellen bilden die Opposition. Sie erhalten feste Rechte: Vorschläge einreichen, Projekte prüfen, Alternativen entwickeln und eigene Ressourcen für Konzepte. -
Transparenz und Vetternwirtschaft-Schutz
- Staatliche neutrale Plattformen, auf denen sich Kandidaten selbst präsentieren können.
- Geheime Wahl bleibt erhalten.
- Innerhalb von Projekten: Abstimmungen zur Rollenverteilung (Projektleiter etc.).
Zielwirkung:
Klare persönliche Verantwortung, schnelle projektbasierte Entscheidungen, stark reduzierte Macht von Apparaten, höhere Bürgernähe und echter Wettbewerb um gute Ideen statt Parteizugehörigkeit.
2. Der Weg dorthin – Umsetzungsschritte
Schritt 1: Parteienfinanzierung vollständig abschaffen
Staatliche Zuschüsse (direkt und indirekt) einstellen. Parteien werden rechtlich wie andere Vereine behandelt, gleichzeitig strenge Transparenzregeln für alle Spenden (Obergrenzen, Offenlegungspflicht).
Schritt 2: Wahlsystem radikal vereinfachen
- Zweitstimme komplett abschaffen.
- Einführung von bis zu drei Erststimmen pro Wähler (dritte Stimme für Neubewerber).
- Starke Betonung persönlicher Kandidaten (keine starren Listen mehr).
- Grundgesetzänderung, den Parteien wird das gesonderte Mitwirkungsrecht an der politischen Willensbildung laut Art. 21 GG entzogen.
Schritt 3: Parteieneinfluss auf Gremien und Mandate ausschließen
- Fraktionszwang per Gesetz/Geschäftsordnung abschaffen.
- Ausschüsse und parlamentarische Arbeit werden projektbasiert organisiert.
- Parteien haben kein Vetorecht und keine automatischen Rechte in Parlamenten oder Gremien.
Schritt 4: IT-Infrastruktur aufbauen
Technische Grundlage: Das digitale Staats-Dashboard
Ein zentrales, transparentes, digitales System revolutioniert die politische Arbeit:
- Transparente Projekt-Sprints statt intransparenter Ausschüsse
Jedes Gesetzgebungs- oder Infrastrukturvorhaben wird als eigenständiges Projekt angelegt. Bürger sehen in Echtzeit: Backlog, Meilensteine, Status und Budget. - Klare Rollenverteilung und Verantwortlichkeiten
Definierte Rollen (Projektleitung, Product Owner, Reviewer etc.). Auf den öffentlichen Profilen der Abgeordneten sind alle Projekte, Mitwirkungen und Erfolgsquoten einsehbar. - Nachvollziehbarkeit externer Expertise
Externe Berater, Verträge und Kosten werden mit dem Projekt verknüpft. - Das digitale Wähler-Dashboard
Vor Wahlen sieht der Bürger keine vagen Programme, sondern den realen Leistungsnachweis der Politiker (Projekte, Erfolgsquote, Budgetverantwortung). Dadurch wird das Bottom-up-System gefestigt. - Zusätzliche Nutzung
Das System kann für digitale Wahlen und direkte Abstimmungen (z. B. zu Projektmeilensteinen) genutzt werden.
Schritt 5: Bottom-up-Karrierepflicht gesetzlich verankern
- Obligatorischer Einstieg auf Kommunalebene.
- Staatliche Plattform für Kandidaten-Selbstdarstellung.
- Aufstiegsregel: Nach 3 Perioden + Schwellenwert (z. B. 10–12 % persönliche Stimmen) → nächste Ebene.
- Gleiche Logik für alle höheren Ebenen.
Schritt 6: Opposition und Projekt-Mechanismen ausgestalten
- Klare Regeln für Oppositions-Status mit Rechten und Ressourcen.
- Projekt-interne Abstimmungen zur Rollenverteilung.
- Öffentliches Fortschritts-Dashboard für alle großen Projekte.
3. Lastenheft – Module des Staats-Dashboards
Dieses Lastenheft beschreibt die fachlichen und technischen Anforderungen an die Kernmodule der digitalen Infrastruktur für das projektorientierte Staatssystem.
Modul A: Digitale Wahlkabine
Anforderungen an die Benutzeroberfläche und die zugrundeliegende Systemarchitektur zur Durchführung digitaler Wahlen und Abstimmungen.
3.1. User Interface & Anwenderführung
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Prominente Wahlkachel & Zeitleiste
Das Dashboard bietet eine zentrale, optisch hervorgehobene Kachel für die aktuelle bzw. bevorstehende Wahl. Darunter befindet sich eine historische Zeitleiste, über die der Anwender vergangene Wahlen und verifizierte Stimmabgaben zurückverfolgen kann. -
Spätes Umentscheiden (Coercion Resistance)
Der Anwender besitzt das Recht, seine Stimmabgabe bis zum offiziellen Ende des Wahlzeitraums (z. B. Wahltag 18:00 Uhr) beliebig oft zu revidieren. Nur die chronologisch letzte abgegebene Stimme wird bei der Auszählung gewertet. -
Niedrigschwelliger & geräteübergreifender Zugang
Der Zugriff muss für ungeübte Anwender einfach bedienbar sein. Der kryptografische Schlüssel ist an die Person gebunden (z. B. via eID-Ableitung, Passkey/FIDO2 oder Wiederherstellungs-Phrase) und ermöglicht den nahtlosen Wechsel zwischen Smartphone, Tablet und PC.
3.2. Verschlüsselung & Rechteverwaltung
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Vollständige Ende-zu-Ende-Anonymisierung
Stimmen werden lokal auf dem Endgerät des Bürgers verschlüsselt, bevor sie übertragen werden. Weder Administratoren, Netzwerkknoten noch externe Dritte können den Inhalt einer Stimmabgabe einsehen. -
Account-interne Historie (Private Audit Log)
Der Verlauf der eigenen Stimmabgaben ist ausschließlich für den authentifizierten Anwender auf seinen eigenen Geräten sichtbar. Der Verlauf bleibt für Administratoren und das Netzwerk unlesbar. -
Unumkehrbarkeit von Transaktionen
Einmal ins Netzwerk geschriebene Datenpakete dürfen nicht gelöscht oder überschrieben werden. Eine Korrektur erfolgt ausschließlich durch das Anfügen eines neuen, höher priorisierten Datenblocks.
3.3. Transparenz & Gerichtsfester Manipulationsnachweis
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Kryptografische Quittung (Receipt)
Das System stellt dem Gerät bei jeder Stimmabgabe eine digital signierte Quittung (mit Hashwert und Zeitstempel) mehrerer Netzwerkknoten aus. -
Automatischer Abgleich (Silent Guard)
Das lokale Dashboard vergleicht die im dezentralen Netzwerk hinterlegten Blöcke fortlaufend mit den lokalen Quittungen des Anwenders. -
Beweisführung ohne Aufdeckung des Wahlgeheimnisses
Stellt das System Abweichungen fest, erzeugt das Endgerät mittels Zero-Knowledge-Proofs (ZKP) ein fälschungssicheres, gerichtlich verwertbares Zertifikat. Dieses beweist die Manipulation im Netzwerk, ohne offenzulegen, welche Person oder Option gewählt wurde.
3.4. Systemarchitektur & Ausfallsicherheit
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Dezentrales, heterogenes Netzwerk
Das System läuft verteilt auf voneinander unabhängigen Knoten (z. B. Verfassungsgericht, Universitäten, Opposition, Zivilgesellschaft) unter Einsatz unterschiedlicher Software-Stacks. -
Resilienz bei Teilausfällen
Fallen einzelne Knoten oder Rechenzentren aus, bleibt der Betrieb uneingeschränkt aufrecht. -
Automatische Selbstheilung (Dynamic State Recovery)
Wiederkehrende oder neue Knoten synchronisieren sich kryptografisch abgesichert mit dem verbleibenden Konsensnetzwerk und überprüfen eingehende Datenblöcke auf mathematische Integrität.
Anforderung Wahlkabine: Maximale Benutzerfreundlichkeit an der Oberfläche, mathematisch unanfechtbarer Manipulationsschutz im Hintergrund und vollständige Wahrung des Wahlgeheimnisses gegenüber Dritten und Staat.
Modul B: Kandidaten- & Gewählten-Dashboard
Anforderungen an das öffentliche Profil und die Kommunikations- sowie Leistungsschnittstelle der Kandidaten und Mandatsträger.
3.5. Selbstdarstellung der Person
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Vita & Lichtbild
Strukturierte, komprimierte Darstellung des beruflichen und persönlichen Werdegangs (CV) inklusive einem standardisierten Lichtbild. -
Grundanliegen & Motivation
Kompakte Zusammenfassung der politischen Schwerpunkte und der Motivation ("Warum und wozu sollte man mich wählen?"). -
Chancengleichheit durch Layout-Vorgaben
Einheitliche Layout-Formate verhindern, dass der visuelle Eindruck durch unterschwellige Werbe- oder Marketingbudgets verzerrt wird.
3.6. Moderierte Diskussions- & Interaktionsplattform
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Bürgerinteraktion
Integrierte Kommunikationsmöglichkeit zur direkten Interaktion zwischen Bürgern und dem Kandidaten bzw. Gewählten. -
Kennzeichnungspflicht bei Team-Verfassung
Wird die Diskussion oder die Moderation organisatorisch durch ein Team des Kandidaten unterstützt, muss bei jedem Beitrag transparent ausgewiesen werden, wer die Nachricht verfasst hat (z. B. "[Persönlich]" vs. "[Team / Name des Mitarbeiter]"). -
Moderationsregeln
Regelbasiertes, moderiertes Forum zum Schutz vor Spam, Beleidigungen und unsachlichen Beiträgen.
3.7. Projektschnittstelle (Schnittmenge zum Projekttool)
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Entkopplung vom komplexen Arbeitsbereich
Das eigentliche Projektmanagement-Tool läuft als eigenständiges System. Das Personen-Dashboard verknüpft und visualisiert lediglich die personenrelevanten Leistungsdaten. -
Rollen & Verknüpfungen
Tragfähige Übersicht über alle aktuellen und vergangenen Rollen der Person innerhalb von Projekten (z. B. Projektleitung, Bearbeiter, Prüfungsgremium). -
Zeitpläne & Meilensteine
Einsehbare Fristen und Verpflichtungen in den jeweiligen Vorhaben. -
Track Record (Erfolg & Misserfolg)
Objektive Gegenüberstellung von erreichten Meilensteinen, eingehaltenen Budgets oder gescheiterten/verzögerten Projekten als fundierte Bewertungsgrundlage für den Wähler.
Anforderung Personen-Dashboard: Objektive Transparenz zwischen Anliegen und realem Track Record, gepaart mit einer offenen, aber rollenklaren Kommunikationsebene für den Bürgerdialog.
Modul C: Das Schlanke Staats-Projekttool
Anforderungen an die operative Projekt-Infrastruktur zur Abwicklung parlamentarischer Vorhaben, Gesetzgebungsverfahren und Budgets.
3.8. Klassifizierung: Transformations-Projekte vs. Fortlaufende Prozesse
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Typ 1: Transformations- & Einmal-Projekte (Projekt-Modus)
Klar abgegrenzte Vorhaben mit konkretem Start- und Endtermin, fest definiertem Zielzustand ("Done") und eigenem Budget (z. B. Gesetzebeseitigung, Brückenbau, IT-Einführung). Nach Abschluss gehen diese Vorhaben in den Standardbetrieb über. -
Typ 2: Fortlaufende Aufgaben & Dauerprozesse (Prozess- & Betrieb-Modus)
Unendlich laufende Kernaufgaben zur Aufrechterhaltung des Staatsbetriebs (z. B. Straßensanierung, Schulbetrieb, Netzwerkwartung). Diese besitzen kein natürliches Ende und werden in zeitliche Sprints (z. B. Jahressprints) unterteilt, um Budget- und Qualitätsziele (SLAs) messbar zu halten.
3.9. Visuelle Steuerung: Das Pragmatische Staats-Kanban
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Schlankes Karten-Spalten-System
Niedrigschwellige, visuelle Kanban-Boards ersetzen überkomplexe Projektsoftware und machen den Status aller staatlichen Aktivitäten für Bürger und Mandatsträger sofort greifbar. -
Phasen für Einmal-Projekte
Karten durchlaufen die Stufen: Backlog / Idee → Vorbereitung & Konzeption → In Abstimmung (Wahltool) → In Umsetzung → Review & Audit → Abgeschlossen. -
Phasen für Daueraufgaben (Sprint-Board)
Arbeitspakete des aktuellen Zeitfensters durchlaufen die Stufen: Jahres-Backlog → In Budgetierung & Vergabe → In Bearbeitung (Sprint) → Qualitätskontrolle → Erfüllt (Sprint-Ziel).
3.10. Drill-Down-Prinzip: Von der Übersicht zur Detailsicht
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Kompakte Karten-Übersicht
Jedes Projekt zeigt auf dem Board auf einen Blick: Titel, Vorhaben-Typ, Status-Ampel, Soll/Ist-Budget und die verantwortlichen Mandatsträger. -
Rollenverwaltung & Besetzungsstatus
Detailansicht zur Einsehbarkeit der Rollenmatrix (Projektleitung, Kernteam, Oppositions-Prüfteam) sowie unbesetzter Stellen oder externer Dienstleister. -
Anforderungsmanagement (Use Cases & User Stories)
Einfache Formulierung des konkreten Bürgernutzens und der Zieldefinition ohne Fachchinesisch. -
Ausschreibungen & Vergabetransparenz
Öffentliche Dokumentation von Kriterien, Angeboten und Verträgen direkt am Projekt zur Verhinderung von Korruption. -
Schnittstelle zur Digitalen Wahlkabine (Modul A)
Nahtlose Übergabe von Richtungsentscheidungen oder Konfliktpunkten an das Wahltool zur Durchführung von Bürgerentscheiden inkl. automatischer Rückkopplung der Ergebnisse in das Projekt. -
Diagramme & Kennzahlen
Visuelle Aufarbeitung von Termintreue, Budgetverlauf und historischen Sprint-Ergebnissen.
Anforderung Projekttool: Maximale Niedrigschwelligkeit durch die Kombination aus pragmatischem Staats-Kanban und klarem Drill-Down in verständliche Details ohne bürokratischen Overload.
Rollentrennung (Demokratische Mandatierung vs. Verfahrensqualität)
Um die 24 gewählten Mandatsträger pro Parlament nicht mit bürokratischer Mikroverwaltung zu überlasten, trennt das System zwischen politisch-strategischer Verantwortung (gewählt) und neutraler Verfahrens- & Datenpflege (Verwaltung / Beamte / System):
⚙️ Was un-gewählt bleiben muss
(Verfahrens- & Neutralitätsebene)
Alles, was rein der Verfahrenstreue, Datenqualität und Moderation dient – ohne politische Richtungsentscheidung:
- Board-Pflege & Daten: Fristenüberwachung, Vollständigkeit der Karten, Zahlenqualität (Beamte).
- Methodische Moderation: Neutrale Prozessbegleitung (ausdrücklich nicht inhaltlich).
- Aktenführung & Recht: Vergabedokumentation, lückenlose Protokollierung.
- Plattform-Betrieb: Technische Betreuung & neutrales Audit der Metriken.
🗳️ Was gewählt sein muss
(Politisch-strategische Verantwortung)
Alles, was Priorität, Ziel, Geld und Abschluss festlegt – diese Rollen stehen zur Wahl:
- Board-Inhalte: Welche Karten/Initiativen überhaupt aufs Board kommen.
- Zieldefinition: Welches Sprint-Ziel gilt und wann etwas „Done“ bzw. „erfüllt“ ist.
- Eskalation: Welche Richtungsfragen & Konflikte ins Wahltool (Modul A) gehen.
- Mandatierung: Wer externe Aufträge und Beratermandate erhält.
4. FAQ (Fragen & Ansätze zur weiteren Spezifikation)
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24-Personen Limit
Frage: Eine dünne Personendecke ist zwar effektiv, aber ein zweischneidiges Schwert. Wie können große Aufgaben wie Bundeshaushalt, EU-Angelegenheiten oder die Rente bewältigt werden?
Antwort: Durch konsequente, einforderbare Subsidiarität wird der Bedarf zum Großteil in lokalen, unteren Strukturen erledigt. Höher angesiedelte Aufgabenfelder benötigen so weniger Personal. Zudem sind die gewählten Vertreter als Projektmanager anzusehen und können externe Expertise einkaufen, sind aber für das von ihnen verwaltete Budget verantwortlich. -
Drei bzw. zwei Erststimmen
Frage: Das System soll Persönlichkeiten fördern, könnte aber zu Fragmentierung führen oder populäre „Influencer-Politiker“ begünstigen. Wie können stabile Mehrheiten entstehen?
Antwort: Politiker müssen sich innerhalb der Legislaturperiode bewähren, sonst werden sie nicht wiedergewählt. Die nötige Transparenz ist durch das Staats-Dashboard gegeben, der Fragmentierung wird durch den klaren Projektfokus begegnet. Dadurch, dass eine dritte Stimme ausschließlich auf Kandidaten entfallen darf, die neu ins Parlament gewählt werden, erhalten diese einen Bonus, der die fehlende Bekanntheit gegenüber langjährigen Vertretern ausgleicht. Wer allein über den Promi-Bonus erstgewählt wird, muss ebenso wie alle anderen praktisch zeigen, ob er hält, was er verspricht.
Der Wunsch nach Wiederwahl und/oder Aufstieg in höhere Parlamente sorgt für die Notwendigkeit, erfolgreiche Projekte umzusetzen. Wer hier nur querschlägt, wird durch Folgewahlen abgestraft. Zudem werden sich dadurch, dass vermutlich etablierte Politiker eher gewählt werden, wenn sie performen, auch in den Projekten Teams bilden, die eine Kontinuität über die Legislaturperiode (3 bis 4 Jahre) erhalten bleiben. -
Projektmanagement vs. Politische Kompromisse
Frage: Politik ist kein Software-Projekt. In der Wirtschaft gibt es klare Ziele (z. B. ein Produkt bauen). In der Politik geht es um Konflikte unterschiedlicher Interessen und um Kompromisse, was zu politischer Lähmung führen kann.
Antwort: Auch in wirtschaftlichen Projekten ist es selten einfach. Es gibt Altsysteme, Widerstände gegen Neues, schwierige Schnittstellen und mangelnde Datenqualität. Letztlich sind in der Politik auftretende Fragen durchaus als Projekte umsetzbar (längere Vorhaben in einer Art Scrum, kürzere als Wasserfall). Wichtig ist: Politiker wollen Macht, Wiedergewinnung ihres Mandats und Aufstieg. Das gelingt in diesem System nur über langfristige, messbare Projekterfolge. Die gewählten, also vom Wähler unterstützten Projekte im Gegensatz zu jenen, die nicht gewählt werden, entscheiden vorab schon über politische Ausrichtungen nach Vorgabe des Souveräns. -
„Promi-Demokratie“
Frage: Wenn Parteien als Orientierungshilfe wegfallen und nur Einzelpersonen zählen, gewinnen dann nicht die mit dem größten Budget für Eigenwerbung oder mit bestehendem Promi-Status (Schauspieler, Sportler, Medienpersönlichkeiten)?
Antwort: Der Wähler erhält mehr Macht, die Protagonisten mehr Spielraum. Man braucht zur Orientierung keine Parteien mehr und das ist auch in der heutigen Realität längst nicht mehr zwingend der Fall. Zudem gibt das Staats-Dashboard jedem die Möglichkeit, sich optimal darzustellen und bei Politikern mit längerer Erfahrung wird auch ihre Erfolgsbilanz transparent. Wer von außen mit viel Werbung die Menschen nervt, hat dadurch nicht unbedingt eine bessere Chance in einer geheimen Wahl. -
Opposition als Kontroll-Team
Frage: Welche konkreten Befugnisse sind hier vorgesehen? Birgt das nicht die Gefahr, dass neue, informelle Machtstrukturen entstehen?
Antwort: Das muss im Einzelnen noch ausgebaut werden. Analog zu heute können die Oppositionsteams jedoch den Klageweg einlegen oder Untersuchungsausschüsse einleiten. -
Gewaltenteilung
Frage: Wie soll die Gewaltenteilung aussehen? Setzen gewählte Vertreter Richter, Anwälte etc. ein?
Antwort: Es soll eine vollständige Gewaltenteilung geben; keine Instanz darf Posten der anderen besetzen. Judikative und Exekutive benötigen hier eigene Positionspapiere. Dieses Konzept beschränkt sich primär auf die Legislative, also auf die parlamentarische Arbeit. -
Repräsentation/Leitung
Frage: Wie wird der Staat nach außen repräsentiert? Eher präsidial, durch einen Kanzler oder durch Minister? Wie definiert sich die Hierarchie innerhalb der Bereiche?
Antwort: Innerhalb von Projekten entscheidet, wer das Projekt eingebracht und wie viele Stimmen er erhalten hat. Ein konkretes System zur Gewichtung der Stimmanteile ist noch zu entwickeln. Ebenso kann das Staats-Dashboard eine direkte Bürgerbeteiligung, separate Abstimmungen und Meinungsabfragen erlauben. Sowohl Präsident als auch eine Funktion des Kanzlers scheint unnötig, es gibt Projektverantwortliche und diese können ihre Bereiche repräsentieren. Um alles zusammen zu halten, kann von den Wählern ein Präsident bestimmt werden. -
Staats-Dashboard
Frage: Wie genau soll der Funktionsumfang aussehen?
Antwort: Ein allgemeines Projektmanagement-Tool, erweitert um Module zur Selbstdarstellung der Beteiligten und umfangreichen Wahlmöglichkeiten. Ein entsprechendes Lastenheft befindet sich im Aufbau. -
Umsetzung
Frage: Eine Grundgesetzänderung, noch dazu gegen den Willen der Parteien, die dadurch entmachtet würden, das ist doch völlig unrealistisch, oder?
Antwort: Dies ist ein Positionspapier, kein Aufruf zum Umsturz. Es handelt sich um einen staatstheoretischen Ansatz, der zur Diskussion steht. Nicht mehr, nicht weniger.
Begleitmaßnahmen
- Übergangsregelungen für aktuelle Abgeordnete (z. B. eine Legislatur „Bestandsschutz“).
- Pilotierung in einzelnen Bundesländern oder Kommunen.
- Unabhängige Expertenkommission zur Feinjustierung der Stimmenzahl (2 oder 3) und Prozent-Schwellen, etc.
