Was versteht man unter dem Begriff "Cloud"?
Als "Cloud" (zu deutsch "Wolke") bezeichnet man das Prinzip, auf entfernte Rechner und Speicher über ein Netzwerk zuzugreifen. Programme werden nicht mehr auf dem eigenen PC installiert, Dateien legt man auf dem Speicher verschiedener Anbieter ab. So wird Rechenleistung und Speicherkapazität ins Internet ausgelagert, dort verwaltet und gesichert.
Das Konzept ist nicht neu, sondern hat eine lange Evolution hinter sich:
- Telnet & Terminal-Ära: Schon in den Anfängen der EDV griff man von einfachen Bildschirmen (Terminals) auf Großrechner in der Ferne zu.
- FTP & Netzwerkspeicher: Daten werden seit je her über das File Transfer Protocol auf entfernte Server hoch- und heruntergeladen.
- SaaS (Software as a Service): Heute führen wir komplexe Anwendungen (von Mailprogrammen über Bildbearbeitung bis hin zu KI-Modellen) direkt im Browser aus. Die eigene Hardware wird nur für den Zugriff und die Anzeige genutzt, die tatsächliche Arbeit erledigen Server im Hintergrund. So ist man als Anwender von Wartungsarbeiten befreit und kann über Kapazitäten verfügen, die der eigene Rechner nicht hat.
⚙ PUBLIC CLOUD (Öffentliche Infrastruktur)
Wie das Stromnetz wird die Public Cloud als Infrastruktur von externen Dienstleistern betrieben (z.B. Microsoft, Amazon, Google). Kunden nutzen eine Vielzahl solcher Dienste parallel.
- Prinzip: Mandantenfähigkeit (Multi-Tenancy) die Hardware wird geteilt, aber jeder User ist von anderen logisch strikt getrennt.
- Vorteile: Fast unendlich skalierbar, extrem kosteneffizient, keine eigene Wartung der Hardware nötig.
- Nachteile: Wenig Kontrolle über den genauen Speicherort; Abhängigkeit vom Anbieter (Vendor Lock-in), dem man seine Daten anvertraut und der das Nutzerverhalten protokollieren kann. Zwar gibt es strenge Datenschutzanforderungen, die auch eine genaue Prüfung erfordern, was der Anbieter konkret unternimmt ist aber für den Anwender nicht transparent.
🔒 PRIVATE CLOUD (Alles unter dem eigenen Dach)
Die Private Cloud gehört exklusiv einem einzigen Unternehmen. Sie kann im eigenen Rechenzentrum stehen oder von einem Partner isoliert für das Unternehmen betrieben werden.
- Prinzip: Die Ressourcen stehen exklusiv nur einer Organisation zur Verfügung. (Single-Tenancy)
- Vorteile: Volle Kontrolle über Sicherheit, Datenstandort und Konfiguration. Perfekt für hochsensible Daten und strenge Compliance-Vorgaben.
- Nachteile: Höhere Kosten für Anschaffung, Betrieb und Wartung; Skalierung erfordert oft den Kauf neuer Hardware.
